Vorbereiten

Das Wochenende verbrachte ich zwar noch im selben Bundesland, aber doch auf einem anderen Stern. In einem Land, in dem man versucht aus einem 54 kg-Kürbis Suppe zu kochen. In dem ein 10kg-Lachs fangfrisch ins Haus geliefert wird und darauf wartet, in handliche Steaks geschnitten zu werden. Gestern abend dann die Entscheidung, dass man mich statt zum Zug direkt ganz nach Hause fährt. Für kleine 160 Kilometer brauchten wir mal locker vier Stunden. Ich war müde, aber daheim, aber der arme Fahrer musste wieder zurück in den Stau. Hier, zwischen Taschen, Kürbissuppe und Kleidung versuchte ich mich auf den nächsten Morgen vorzubereiten. Müdigkeitstechnisch verschob ich das auf den Morgen, was dazu führte, dass meine Vorbereitung in Schlafen bestand.

War auch gut, denn der Tag heute war anstrengend. Neue Kollegen, neues Büro. Schön wars, man hat mich nett empfangen, ich fühle mich dort wohl. Aber anstrengend wars. Und deshalb jetzt erst mal: Bett. Also, ich meine, vorbereiten für Morgen.

3 November 2008 21:00 | gedankenpuzzle | No Comments

So vieles muss in diesen Tagen erledigt werden. Todolisten werden erstellt und auf eine Länge gebracht, dass sie locker bis Weihnachten reichen würden. Soviel Zeit bleibt aber nicht. Eigentlich bleibt nur noch heute und morgen. Und deswegen fühle ich mich wie eins dieser Duracellhäschen, die trommeln und trommeln und doch nicht so richtig vorankommen.

Es ist einer dieser Schwellenzustände, die ich eigentlich nicht mag. Doch momentan erfüllt er mich mit Glück, Zufriedenheit und Hoffnung. So gehen die Dinge leichter von der Hand. Und ich trommel und trommel und erledige Dinge rund um die Uhr, ohne die Erschöpfung zu spüren. Denn schließlich ist da auch noch die Arbeit, der ich allein in der letzten Woche knapp dreißig Nachtstunden widmete. Und dann hab ich mich auch noch zu einer Entscheidung durchgerungen, die mir sehr schwergefallen ist, denn obwohl es immer Zeiten gab, in denen ich die Arbeit verflucht habe und ich an meine körperlichen Grenzen gehen musste, trotzdem habe ich eine Art Liebe für diesen Job empfunden. Denn wäre das nicht so, dann hätte ich wohl keine 5,5 Jahre darin aushalten können. Viele Geschichten erlebt, viele tolle und auch viele weniger tolle Menschen kennengelernt und mich persönlich unglaublich entwickeln können.

Jetzt habe ich gekündigt, denn eine neue Lebensetappe steht an, die ich mit dieser Nachtarbeit nicht mehr vereinbaren kann. Ein bißchen atme ich auf, denn belastend war es immer. Aber ein bißchen bin ich auch wehmütig. Das wird mir mit Sicherheit fehlen. Ich muß erst mal ein “Leben ohne”lernen. Was fängt man mit einem Wochenende an? Was macht man Silvester, wenn man nicht arbeiten muß? Oder Karneval? Etwa nicht 11 Tage durcharbeiten? Wir werden sehen.

28 October 2008 15:40 | gedankenpuzzle | 1 Comment

Express-Lernen

In einer Disco in Aachen standen die Männer an der Theke und guckten den hübschen Frauen beim Tanzen zu. Als ein Lied mit eindeutig sexuellen Inhalten gespielt wurde, animierte dies einen der Männer, seinem unbekannten Tresennachbarn die deutsche Übersetzung ins Ohr zu flüstern.  Was möglicherweise nett gemeint war, wurde von diesem aber als Anmache verstanden und mit mehreren Faustschlägen belohnt.

Der Leser lernt - Zitat des Express:

“Zwei Schlüsse können aus dem Sachverhalt gezogen werden:
1.) Man darf nicht alles wort-wörtlich nehmen
2.) Perfektes Beherrschen einer ausländischen Sprache birgt auch Gefahren.”

Ahja. Vielen Dank.

26 October 2008 11:30 | gedankenpuzzle | No Comments

Manchmal geschiehen Dinge, die sind so unglaublich, dass ich sie gar nicht fassen kann.

Gestern war so ein Tag. Denn gestern habe ich tatsächlich den Job, den ich unbedingt haben wollte, bekommen. Und ich kann sogar schon am 1. November dort anfangen. Und während ich noch meine Eltern auf Sizilien anrief, klingelte das zweite Mobiltelefon und mit halbem Ohr konnte ich hören, wie auch in der Küche jemand “Ja, ich hätte diesen Job sehr gerne” sagte. Dann legte er auf und kam jubelnd zu mir. Wie unglaublich ist es, dass wir beide innerhalb von fünfzehn Minuten eine Zusage für einen Job bekommen? Und zwar genau da, wo wir hinwollen, in der Stadt, in die wir möchten?
Das ist unglaublich. Und aus dem Grund haben wir dann an dem Abend auch einmal Lotto gespielt. Wenn das Glück so auf unserer Seite steht, dann muss man doch alles probieren, oder?

Abends sind wir dann mit Freunden schön Essen gegangen. Oder hatten es zumindest vor. Denn was dort passiert ist, gibts wie immer im Zuhause der Höflichkeitskolumne, heute die Geschichte der Mexikohexe.

22 October 2008 18:25 | gedankenpuzzle | 4 Comments

Buchmesse, die Zweite.

Direkt vor mir schob sich gestern eine junge Frau direkt zwei Exemplare von Stieg Larssons “Vergebung” in die Werbepapptasche. Damit hat sie sich also 45,90 € gespart.
Ich hätte das Buch auch gerne, jedoch ist mir das Hardcover mit 22,95 € zu teuer für zwei Tage Lesespaß. Also warte ich auf die Taschenbuchausgabe. Von daher kann ich das Ziel ihres Diebstahls, denn genau das ist es ja, nachvollziehen. Den Diebstahl selbst jedoch nicht. Und warum klaut jemand direkt zwei Mal das gleiche Buch?

Noch unverständlicher ist es mir aber, warum ich zwei Menschen entdecken konnte, die mit einem Grinsen um die Ecke vom Bertelsmannstand liefen, um dort ihren Freunden freudestrahlend zu zeigen, dass sie soeben das “Wikipedia Lexikon” geklaut haben. Ich mein, wer klaut denn das Wikipedia Lexikon?
Ich habe es mir auch einmal angeschaut - und Faszinierendes entdeckt: In den unzähligen Seiten zu den Autoren sind all jene Usernamen verzeichnet, die Artikel verändert haben. Ein Traum jedes Web 2.0-Users. Wer möchte nicht als “mist-schonwiedermeinennicknamevergessen” oder “knutschkugel23″ in einem Lexikon verzeichnet sein?

19 October 2008 15:45 | gedankenpuzzle | 1 Comment

Buchmesse

Es braucht nur zwei Worte um den Tag auf der Frankfurter Buchmesse zu beschreiben: aufregend und anstrengend.
Dass es aufregend wird, war schon klar als einen Tag vorher bekannt wurde, dass die Bahn die ICEs wieder in Reparatur schickt und deshalb nur mit halber Zuglänge fährt. Natürlich war das in aller Herrgottsfrühe genauso wie erwartet: Ausgerechnet der Wagon, in welchem wir unsere Plätze reserviert hatten, war leider nicht dabei. Überraschenderweise kamen wir so in den Genuß eines kostenlosen Upgrades in die erste Klasse, samt Gratiszeitung, -kaffee und -nüsschen. Pünktlich zum Einlass kamen wir an der Messe an und stürzten uns ins Gewimmel. Obwohl verschiedene Termine eingeplant waren, freute ich  mich doch erst einmal auf die anfangs noch relativ zugänglichen Stände der Topverlage und deren Angebot.

Ich freute mich, bei “meinem” Verlag vorbeizuschauen und dort mein Buch ausgestellt bewundern zu können.

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Vom Verlag gab es höchst Erfreuliches zu hören. Ebenso von meinen anderen Gesprächspartnern, auf die ich mich gefreut hatte. “Prominenz”, als ziemlich weit gefasster Begriff, war zu bewundern. Während ich mich freute, Günter Grass bei der “druckfrisch”-Aufzeichnung zuhören zu können und Uwe Timm zu sehen, freuten sich andere unbändig, dass Bushido seine Autobiographie signierte. Auch Bernd Stelter und Reinhold Messmer versammelten ihre Fans um sich, während Ulrich Wickert ganz still in einem Sessel zwischen den Menschen saß und versunken in einem Buch las.

Die Buchmesse ist ein Spektakel, das anstrengt, weil es soviel Aufmerksamkeit fordert. Umso entspannender war es, Mittags, als die Sonne den kalten Tag etwas erträglicher machte, auf dem Platz seltsame Gestalten in seltsamen Kostümen zu bewundern.

dsc00047_2.jpgdsc00048_2.jpg Einen besseren Eindruck von dem Treiben und den tollen Kostümen des Cosplay bekommt man hier. Da eröffnet sich einem eine völlig andere Welt, die durchaus fasziniert.

Spätabends versuchten wir dann wieder nach Hause zu fahren, völlig erschlagen. Und es wäre nicht die Deutsche Bahn, wenn das nicht wieder chaotisch abgelaufen wäre. Der Zug, der angeschlagen steht auf der Anzeigetafel steht auch im Gleis. Allerdings unbeleuchtet. Stattdessen dockt am Ende ein anderer Zug am dunklen Zugteil an. Keine Wagenbeschriftungen, kein gar nichts. Der dunkle Zugteil bleibt dunkel und im anderen Zugteil klöppen sich die Menschen mit Reservierung mit den Menschen ohne Reservierung um die Plätze. Erfolglos, da niemand weiß, welcher Wagon das nun ist, da es keine Nummer gibt. Sehr erfreulich, dass der andere Zugteil dunkel leerstehend mitfährt. Allerdings erst, nachdem er vier Mal erfolglos versucht wurde anzudocken. Mit einer halben Stunde unnötiger Verspätung ging es dann heim, Richtung Bett.

19 October 2008 14:40 | gedankenpuzzle | No Comments

Ich bin begeistert!

Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal derart begeistert war. Diese Farben! Diese Gelenkigkeit!

Ihr habt es erraten - ich bin zurück von Swanlake. Zu der Musik von Tschaikowski gab es sowohl klassisches Ballett als auch chinesische Akrobatik und das vom Feinsten. Es passierte soviel auf der Bühne, dass man gar nicht wußte, wo man hinschauen sollte.  Die Geschichte, wie die verzauberte Schwanenprinzessin durch die wahre Liebe ihres Prinzen aus den Fängen des Bösen befreit wird, wird äußerst phantasievoll umgesetzt. In einer aufwändigen Bühnendekoration, die bei jedem Bühnenbild wechselt zeigen die Akrobaten ihr ganzes Können. Fliegende Chinesen von Schiffsmästen, in Rhönrädern, ineinander, aufeinander, übereinander. Schlangenfrauen, Jongleure, und eine Primaballerina, die eine Pirouette auf den Spitzen auf dem Kopf ihres Partners dreht. Erst als der Vorhang fiel, wagte ich wieder zu atmen. Das war grandios. Beileibe kein günstiges Vergnügen rate ich trotzdem jedem, der Interesse an derartigen Vorführungen hat, sich das unbedingt anzuschauen, solange Swanlake noch in Deutschland gastiert. Ob man je wieder etwas Ähnliches sehen wird, ich weiß es nicht…

12 October 2008 19:24 | gedankenpuzzle | No Comments

Ein ruhiges Wochenende

Nach einer durchweg stressigen Woche fand ich heute einmal die Zeit um etwas auszuspannen. Herrliche Herbstsonne lud auf meinen Balkon ein, der sogar so aufgewärmt wurde, dass ich im Tshirt lesen konnte. Einen heißen Kaffee und den neuen Camilleri druckfrisch auf dem Schoß - gibt es Schöneres?

Gestört wurde ich nur vom dicken Eichhörnchen vom Reitersmann, das leider feststellen musste: In den fünften Stock zu klettern lohnt nicht, denn da gibt es keine fertig geknackten Walnüsse zu holen.

Morgen kommen meine Eltern in die Stadt und gemeinsam werden wir das große blaue Zelt am Dom besuchen um uns Swanlake anzusehen, die akrobatische chinesische Schwanensee-Variation. Ich freue mich, denn die Vorschauen waren wirklich großartig.

11 October 2008 19:10 | gedankenpuzzle | No Comments

Neue Inspiration für eine neue Kolumne

Ruhig ist es hier geworden. Das liegt ursächlich damit zusammen, dass mein Leben wieder auf fast forward läuft. Viele Termine, viele Aufgaben, verschiedene Orte. Aber ich mag das und es freut mich, dass ich wieder häufiger in der Stadt bin. Denn das ist die größte Inspiration für mich. Und deshalb gibt es heute auch wieder eine neue Kolumne. Wer also wissen will, was der Fremdkitzler so angestellt hat…

9 October 2008 12:59 | don't impose - die höflichkeitskolumne | No Comments

Neue Kolumne!

Es wird  Zeit für eine neue Höflichkeitskolumne. Aber nicht mehr hier, sondern im neuen Zuhause der Kolumne.

Wer also wissen will, was Pocahontas ohne Fahrschein passiert, der sollte sie dort einmal besuchen.

1 October 2008 12:25 | don't impose - die höflichkeitskolumne | No Comments

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