Buchmesse

Es braucht nur zwei Worte um den Tag auf der Frankfurter Buchmesse zu beschreiben: aufregend und anstrengend.
Dass es aufregend wird, war schon klar als einen Tag vorher bekannt wurde, dass die Bahn die ICEs wieder in Reparatur schickt und deshalb nur mit halber Zuglänge fährt. Natürlich war das in aller Herrgottsfrühe genauso wie erwartet: Ausgerechnet der Wagon, in welchem wir unsere Plätze reserviert hatten, war leider nicht dabei. Überraschenderweise kamen wir so in den Genuß eines kostenlosen Upgrades in die erste Klasse, samt Gratiszeitung, -kaffee und -nüsschen. Pünktlich zum Einlass kamen wir an der Messe an und stürzten uns ins Gewimmel. Obwohl verschiedene Termine eingeplant waren, freute ich  mich doch erst einmal auf die anfangs noch relativ zugänglichen Stände der Topverlage und deren Angebot.

Ich freute mich, bei “meinem” Verlag vorbeizuschauen und dort mein Buch ausgestellt bewundern zu können.

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Vom Verlag gab es höchst Erfreuliches zu hören. Ebenso von meinen anderen Gesprächspartnern, auf die ich mich gefreut hatte. “Prominenz”, als ziemlich weit gefasster Begriff, war zu bewundern. Während ich mich freute, Günter Grass bei der “druckfrisch”-Aufzeichnung zuhören zu können und Uwe Timm zu sehen, freuten sich andere unbändig, dass Bushido seine Autobiographie signierte. Auch Bernd Stelter und Reinhold Messmer versammelten ihre Fans um sich, während Ulrich Wickert ganz still in einem Sessel zwischen den Menschen saß und versunken in einem Buch las.

Die Buchmesse ist ein Spektakel, das anstrengt, weil es soviel Aufmerksamkeit fordert. Umso entspannender war es, Mittags, als die Sonne den kalten Tag etwas erträglicher machte, auf dem Platz seltsame Gestalten in seltsamen Kostümen zu bewundern.

dsc00047_2.jpgdsc00048_2.jpg Einen besseren Eindruck von dem Treiben und den tollen Kostümen des Cosplay bekommt man hier. Da eröffnet sich einem eine völlig andere Welt, die durchaus fasziniert.

Spätabends versuchten wir dann wieder nach Hause zu fahren, völlig erschlagen. Und es wäre nicht die Deutsche Bahn, wenn das nicht wieder chaotisch abgelaufen wäre. Der Zug, der angeschlagen steht auf der Anzeigetafel steht auch im Gleis. Allerdings unbeleuchtet. Stattdessen dockt am Ende ein anderer Zug am dunklen Zugteil an. Keine Wagenbeschriftungen, kein gar nichts. Der dunkle Zugteil bleibt dunkel und im anderen Zugteil klöppen sich die Menschen mit Reservierung mit den Menschen ohne Reservierung um die Plätze. Erfolglos, da niemand weiß, welcher Wagon das nun ist, da es keine Nummer gibt. Sehr erfreulich, dass der andere Zugteil dunkel leerstehend mitfährt. Allerdings erst, nachdem er vier Mal erfolglos versucht wurde anzudocken. Mit einer halben Stunde unnötiger Verspätung ging es dann heim, Richtung Bett.

19 October 2008 | | gedankenpuzzle | Comments

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