Mann+Frau+Ärger = Friseurbesuch
Es scheint eine allgemeine Auffassung unter Frauen zu geben, dass, wann immer man einen deutlichen Schnitt machen möchte, man dies äußerlich durch eine frisurliche Veränderung untermauert. Warum ist mir nicht ganz klar, denn nur weil die Haare abgeschnitten werden, werde ich ja kein anderer Mensch, oder?
Eine Freundin von mir hatte, als ich sie kennenlernte, hüftlange dicke schwarze Haare mit ein paar naturgegebenen Wellen drin. Ich habe sie darum beneidet. Ein paar Handgriffe und die Pracht lag toll da und unterstrich ihre Sexyness. Später, es gab Ärger mit nem Mann, schnitt sie sich die Haare ab. Zu einem halblangen Pagenkopf. Doch, das sah auch sehr gut aus, doch störte sie, dass es so “nett” aussah.
Als ich vorgestern mit ihr Kaffeetrinken war, war sie unglücklich. Schon wieder Ärger mit einem Mann. Und auf einmal war sie da, die Entscheidung, die schon Jahre immer im Raum gestanden hatte. Sie bat mich, sie zum Friseur zu begleiten, denn der Cut sollte jetzt gemacht werden.
Der Friseur, der sie ebenfalls mit den langen Haaren kannte, staunte nicht schlecht. Denn der Wunsch war ungewöhnlich. Raspelkurz und platinblond. Von schwarz auf blond - das dauerte vier Blondierungen und eine Tönung. Das dauerte von Dienstag halb zwei bis Dienstag halb sieben. Dann eine Kurpackung auf den Kopf, damit nach Hause, Mittwoch wiederkommen, um neun blondieren, um halb zwei fertig sein. Das kostete 154 Euro.
Und es sieht gut aus. Die Sexyness ist verschwunden. Stattdessen wirkt sie nun stolz und ihre Augen funkeln wie ein frecher Kobold. Es tat ihr offensichtlich gut, insofern war es die Strapazen wert.
Da man aber nicht ungestraft Stunden im Friseursalon herumsitzen und Kaffeetrinken kann, habe ich mir auch die Haare machen lassen. Und im Schneiderausch der Friseurin musste auch ich dran glauben, wenn auch nicht raspelkurz.
Männer, ihr seid teuer!




6 Responses to “Mann+Frau+Ärger = Friseurbesuch”
1 Dirk 11 September 2008 @ 1:31 pm
Warum müssen Frauen überall zu zweit hin? Der Gang zum Waschraum war mir bekannt, aber auch zum Friseur?
2 deeli 11 September 2008 @ 1:39 pm
Dirk, dir scheint die Dramatik nicht bewusst zu sein:-) Das war kein Spaß, das war Selbsthilfe. Und zwischen den Waschvorgängen kamen auch immer wieder Tränen. Deswegen war ich da.
3 Dirk 11 September 2008 @ 1:46 pm
Klarer Fall von falschem Shampoo. Rate Deinem Friseur mal zu Kindershampoo, das brennt nicht in den Augen.
Okay, Du warst also die Entlastung für die Ohren der Friseurin und eine gute Freundin. Jetzt hat auch der Mann es verstanden
4 Jules 11 September 2008 @ 4:40 pm
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich vor einem Jahr das letzte Mal beim Friseur war. Und davor: ewig her. Und davor: sowieso. Und damals nur wegen Unzufriedenheit im Job und nicht wegen des Kerls. Aber man kann nicht alles haben. Und 154 Euro, Hölle! Aber: Hauptsache, es hilft.
5 Rik 11 September 2008 @ 6:40 pm
Ja, wenn es eine Trennung gibt, dann gehen die Damen zum Friseur und die Herren in den Elektro- bzw. Autosupermarkt und kaufen sich irgendein unnützes Ding, das aber Spaß macht und ablenkt (und mehr als 154 Euro kostet).
6 Mietwagen Deutschland 18 September 2008 @ 1:47 pm
Was, ein Jahr lang nicht zum Friseur? Unvorstellbar für mich. Ich gehe alle vier bis sechs Wochen und fühle mich dannach pudelwohl. Daher kann ich den radikalen Schritt verstehen. Vielleicht gibt es ja jetzt auch weniger “Probleme” mit dem boy friend. Aber 154 Euro sind schon ein sehr stolzer Preis.
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