Warum ich dieses Veedel liebe…

Es fällt mir schwer, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dieses Veedel zu verlassen. Es hat eine Zeit gedauert, bis ich mich hier eingewöhnt habe, aber es gefällt mir, dass ich auf dem Weg zur Bahn am Friseur vorbeigehe, und man mir aus dem Fenster zuwinkt. Auf zig verschiedene Wege kann ich aus der Stadt heimkommen, ob mit Bus oder Bahn, selbst zu den unmöglichsten Uhrzeiten und wenn ich das nicht mag, dann ist es auch nicht weit zu laufen. Wenn ich nachts von der Arbeit komme, winkt der Dönermann. Beim Bäcker treffe ich Bekannte und samstags gibt man mir “das Übliche”. Bin ich abends einsam, braucht es nur ein paar Schritte die Straße hinunter - in einer der vielen Kneipen sitzt bestimmt jemand, den ich kenne. Ein Lieblingscafé, in dem ich nicht mehr bestellen muss und ein Plätzchen extra bekomme. Nette Nachbarn im Haus, die nicht nur zum Blumengießen hilfreich sind, sondern auch mal für ein Bier auf dem Balkon. Nette Gespräche, kleine Zettel an meiner Wohnungstür. Menschen, die mir etwas aus dem Urlaub mitbringen, weil ich ihren Briefkasten leere.

Warum noch mal will ich hier weg?

2 September 2008 | | gedankenpuzzle | Comments

4 Responses to “Warum ich dieses Veedel liebe…”

  1. 1 Dirk 2 September 2008 @ 4:23 pm

    Je nach Ort und Einwohnern erreicht man diesen Status sehr spät oder vielleicht auch nie. Aber ich geniesse es auch immer mehr, irgendwo “gepflanzt” zu sein. So hat es zumindest ein Kirchenvertreter kürzlich so nett bei einem Schulgottesdienst genannt.
    Man fühlt sich einfach “zu Hause”.

    Deine Frage bleibt.

  2. 2 hith 2 September 2008 @ 10:21 pm

    Ich bin zwar erst ziemlich exakt vor einem Jahr hierher gezogen, aber viele der von Dir beschriebenen Vorzüge kenne ich auch schon. Ich glaub, es liegt schon sehr an der Gegend wo man lebt. Hier ist es Altstadt, mitten in der Stadt. Wo ich vorher war, eher Neubausiedlung, da war alles distanzierter. Steriler. Fremder.

  3. 3 deeli 2 September 2008 @ 10:37 pm

    Ja, daran mag es wohl liegen. Da, wo ich vorher wohnte, war es auch in keinster Weise so. Deswegen schätze ich das hier auch sehr, in einem der ältesten Stadtteile Kölns.

  4. 4 Blabbermouth 9 September 2008 @ 11:46 pm

    Lass uns gemeinsam Heulen und Schluchzen, wenn es so weit ist - ich mag immernoch nicht dran denken!!

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