Ich brauch eure Hilfe!

Letztes Jahr erzählte mein Prof in meinem Oberseminar, dass eine Staatsexamenskandidatin auf seine Frage zum Thema Emilia Galotti “Das ist ja wie im Wilhelm Meister” antwortete, dass sie diesen Autor leider nicht kenne. Gelacht habe ich, damals.

Jetzt bereite ich bei eben diesem Prof meine Prüfung vor und tatsächlich findet auch Emilia Galotti Eingang in diese Prüfung. Ich kann mich also drauf gefasst machen, dass er auch mich nach einer Verbindung von Emilia und dem Wilhelm Meister fragt. Weiß jemand, worum es sich dabei handelt? Hat jemand irgendeine Idee? Für Vorschläge wäre ich dankbar!

19 May 2008 | | gedankenpuzzle | Comments

4 Responses to “Ich brauch eure Hilfe!”

  1. 1 Zmivv 19 May 2008 @ 5:23 pm

    Also ich musste sofort an Goethes “Wilhelm Meisters Lehrjahre” denken.

    Aber die Verbindung zu Galotti wüsste ich nicht, da ich das Buch nicht gelesen habe…

  2. 2 deeli 19 May 2008 @ 5:30 pm

    Ja, es handelt sich auch um Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ich habe das Buch auch bis zur Hälfte gelesen, konnte mich aber auch nicht aufraffen, es damals zu Ende zu lesen. Und nu stehe ich genauso schlau da. Ich vermute, es hat etwas mit Tugend und dem Konzept von Bürgerlichkeit zu tun…

  3. 3 neous 19 May 2008 @ 7:49 pm

    Ganz allgemein würde ich sagen, dass sowohl in Emilia Galotti als auch im Wilhelm Meister der Akzent jeweils auf das gegenteilige Geschlecht gelenkt wird, also Aufwertung der Frau bei Wilhelm Meister durch Schwächung des Protagonisten.
    Aber soweit ich weiß, wird der Vergleich vor allem so gezogen:

    “Die Auswirkung des ritterlichen Typs blieb immer, und nicht nur in der deutschen Welt, wesentlich ständisch begrenzt. Aber auch der barocke Höfling hat sich im Gegensatz zu den anderen großen europäischen Nationen mit dem Bürgerideal bei uns nie verschmelzen können. Man denke an die literarische Dokumentation des Konflikts etwa in der “Emilia Galotti” oder “Kabale und Liebe”. Goethe ist der einzige große und gelungene Versuch einer solchen Verschmelzung - aber sie gelang wesentlich unter Preisgabe der bürgerlichen Tradition. Das 17. Kapitel von “Wilhelm Meisters Lehrjahre” ist die größte literarische Schilderung dieses spezifisch deutschen Problems.”
    aus: Hennis, Wilhelm (2000): Politikwissenschaft und politisches Denken. S. 187. (books.google.com)

    Übrigens steht sogar bei Wikipedia im EIntrag zu Emilia Galotti, dass es bei Goethe wieder vorkommt. Allerdings steht da Buch V, Kapitel 16. Muss ungefähr gleiche Stelle sein. Lange her, dass ich es gelesen habe…

  4. 4 deeli 19 May 2008 @ 8:00 pm

    danke dir. ja, in kapitel 16 kommt emilia galotti vor. die theatertruppe um wilhelm gibt dort die emilia zum besten. ich denke aber nicht, dass das die art verweis ist, auf die mein prof wert legt. ich denke es geht dann doch eher um das, was du sagst. ich liebäugel momentan auch mit der wirtschaftlichen situation und der ständeklausel. aber: wenn es eine einfache lösung gäbe, hätte ich sie schon gefunden.

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