Bürohengste und Amtsschimmel
Warum in aller Welt hört man eigentlich von Prüfungsämtern nur das Schlimmste? Diese bürokratischen Institutionen verrichten halbjährlich den Job, für den sie da sind. Und warum schaffen sie es nicht, das ohne größtmöglichste Verwirrung und Verzweiflung zu tun? Es ist ja nun nicht so, als machten sie das zum ersten Mal…
Nach dem Bangen um die Magisterarbeit, oder besser um die fristgerechte Zusendung der Anmeldebescheinigung, die nur mit Hilfe von formalen Abmahnungen und viel Telefonierarbeit meinerseits geschafft wurde, kommt nun der nächste Knackpunkt: Die Prüfungstermine. Sollte im Prinzip nicht so schwer sein. Ich vereinfache das hier mal, um es besser erklären zu können. Es gibt einen Termin Anfang Mai für Nebenfach Eins und einen Mitte Mai für Nebenfach 2.
Laut Ausweis habe ich als NF1 Asw und als NF2 Anglistik. Sollte soweit eigentlich alles klar sein. Bei der Anmeldung zur Gesamtprüfung wurde ein Blättchen vorgezaubert, auf dem stand, dass Anglistik immer als NF1 geprüft wird. Also strickten wir die Anmeldung um, aus eins wurde zwei und aus zwei eins. Bei der jetztigen Anmeldung ist das wohl aufgefallen, also rief man mich an. Das wäre wohl ein Fehler, es bliebe dabei, Asw bleibt 1, Anglistik 2.
Am Samstag sprach ich mit einer Bekannten, die erwähnte wieder jene obskure Passage, dass Anglistik immer Nebenfach eins sei. Große Verwirrung auf meiner Seite. Hilft alles nichts, ich möchte ja nicht in der Klausur sitzen, die ich für Asw halte und einen englischen Essay schreiben müssen. Also melde ich mich wieder beim Prüfungsamt. Nein, diese Passage, die im übrigen auf der offiziellen Seite zur Information bereit steht, wie ich an die überhaupt gekommen wäre? Die wäre schon seit zwei Jahren nicht mehr gültig, diese Information. Alles bleibe so wie gehabt.
Gut. Dann bleibt es also dabei. Hauptsache, ich sitze in der richtigen Klausur. Ich habe nun schon 4 Bekannten Bescheid gesagt, die ebenfalls Anglistik als Nebenfach eins umgemodelt haben, damit es “richtig” ist.
So langsam habe ich den Eindruck, ich bekomme meinen Abschluss nicht für das, was ich gelernt habe. Sondern dafür, dass ich mich durch diese Bürokratie schlage.




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