Die schwarze Hölle
brach hier scheinbar am Dienstag aus. Wasser kam aus dem Küchenabfluss der untersten Wohnung wieder hoch. Also zacki- zacki stand der Hausmeister vor der Tür - “Wasser ist abgedreht! Bis der Rohrreinigungsdienst kommt!” Okay. Verstanden. Ich wieder zurück ins Bett. Doch da war doch noch was…. Die Lieblingsnachbarin ist in Florenz - Zwischenmieterin unbekannt. Die ist auch nicht in der Wohnung und soll eigentlich erst nächste Woche einziehen. Nächster Gedanke: Oh Gott, wenn die nicht da ist, dann kommen die Handwerker auch erst frühestens nächste Woche und ich steh hier ne Woche ohne Wasser. Also - Mail nach Florenz. Bekomme die Nummer der Zwischenmieterin. Die bringt spätabends extra noch den Schlüssel zu mir, denn sie kommt tatsächlich erst nächste Woche wieder her.
Gestern morgen weckt mich zu nachtschlafender Zeit mein Hausmeister: “Die Leute kommen morgen früh um 8!” Alles klar. Heute morgen dann, 7:45, es klingelt, die Handwerker sind da. Motzen darüber, wie klein die Küche ist. Motzen darüber, dass ich die Schränke nicht ausgeräumt habe (von dem ich nicht wusste, dass ich es machen sollte). Motzen, motzen, motzen. Das ist ja was, was ich wirklich nicht gut haben kann morgens. Schließen einen 14 Meter langen Schlauch an eine seltsame Maschine und jagen den durch die Leitung, der den Schmodder freipusten soll. Bröckchenweise schwarzes Fett wird hervorgeholt und in meiner und den anderen Wohnungen verteilt. Ich bin dafür zuständig zwischen meiner Wohnung und der Wohnung meiner Nachbarin hin und herzulaufen und eine verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. “Bleiben Sie einfach da stehen, drehen das Wasser auf und gucken was passiert. Wenn wieder Wasser aus dem Abguss hochkommt - rufen Sie!” Das tue ich. Und in Gedanken spare ich schon einmal jeden Cent, denn bei den Wassermassen die alleine ich den Abfluss runter jage, wird die Wasserabrechnung gigantisch. Schließlich stehen noch in 3 anderen Wohnungen Leute, die das Wasser aufgedreht haben. Insgesamt beobachte ich das Wasser knappe 70 Minuten, wie es mit ordentlich Druck wieder in den Abfluss läuft und natürlich nicht wieder hochkommt.
Was soll ich sagen. Es war spektakulär. Ich weiss gar nicht, was am meisten. Der Wasserstrudel im Waschbecken? Der Handwerker, der mir erzählt, das das hier harmlos war, weil er sonst Tampons und Damenbinden aus Frauen-WCs hervorholt? Der schwarze fettige Schmodder, den ich von meinem Laminat putzen muss? Oder der jetzt verkratzte Kühlschrank. Mmmh. Nein, am gigantischsten wird wohl doch die Nebenkostenabrechnung…




One Response to “Die schwarze Hölle”
1 neous 13 March 2008 @ 3:48 pm
Wenn du weißt, wie viele Minuten bzw. Stunden du neben deinem laufenen Wasser gestanden hast, kannst du das in Rechnung stellen. Am besten wäre es noch, wenn du von den Handwerkern eine Art Bestätigung bekommen könntest.
Das misst du, wieviel Wasser in 5 Minuten aus deinem Hahn läuft und rechnest das hoch auf die Zeit, die es gelaufen ist. Den Betrag kannst du nachher von der Wasserkostenrechnung in Abzug bringen. Musst es nur jetzt an deine Hausverwaltung weitergeben, damit die das nachher vielleicht sowieso berücksichtigen.
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