Projekt Stadtflucht
Haben wir denn aus dem Ende von Friends gar nichts gelernt? Alle strömten in verschiedene Richtungen, setzten Babies in die Welt, heirateten und Joey ging nach Hollywood. Und? War wohl nichts. Der Spin-off ist scheisse, mittelmässig. Joey ist nichts ohne seine Freunde.
Genauso fühlte ich mich gestern. Ich kam aus einem ruhigen Wochenende aus OWL, wobei “ruhig” noch übertrieben ist. Während der Zugfahrt freute ich mich auf meine Stadt, da, wo meine Freunde wohnen, da, wo immer jemand ist, der mit mir Kaffee trinken geht. Letzte Woche eröffnete mir eine langjährige Freundin, dass sie eine neue Wohnung angemietet hat. Leider vor den Toren der Stadt und zwar soweit, dass man nicht mal eben in die Bahn springt um eine Stunde zu verquatschen. Gestern dann die liebe Nachbarin - sie geht nach Florenz. Ich mein, schön, wirklich, aber_dann ist auch sie weg. Nachmittags dann der Lieblingsgrieche, meine Rückversicherung, meine Kaffeehausverabredung: Er hat einen neuen Job. In Berlin. Mitte März ist er hier weg. Ich freu mich für ihn, beruflich eine große Steigerung, finanziell auch. Aber: dann ist auch er weg. Wer geht dann dauernd mit mir Kaffee trinken? Wer muntert mich auf, wenn ich hier durchdrehe im Lernstress? R. ist in Stuttgart, A. ist in Paderborn. Freundin K. hat sich mittlerweile erledigt, Freundinnen J. und D. auch. Der Freundeskreis dezimiert sich, das scheint auch normal zu sein. Nur hab ich nicht damit gerechnet, dass sich die übrig gebliebenen aus der Stadt verabschieden. Denn gelernt hab ich von Joey. Es ist ein Kampf alleine und es kann niemals so gut sein wie früher. Also wird es vielleicht auch für mich Zeit für eine neue Stadt. A. spricht auch schon davon. Vielleicht ein gemeinsamer Neuanfang? Wir werden sehen - der Sommer wird neues bringen, soviel steht fest.




Leave a Reply