Kaffeetrinken?

Schon länger hegte ich den Wunsch, einfach mal abzuspannen, nach einem Tag ohne Sorgen und Gedanken um mein monologisches Dasein. Gestern, obwohl ich überhaupt nicht damit rechnete, ereignete es sich.

Ich war verabredet mit jemandem bekannten unbekannten. Das Kaffeegedeck wich einem Pizzateller, der Teller einem Bier, das Bier einem Schnaps. Und dann wechselte es sich ab. Wohl auch, weil der Inhaber uns einen Schnaps nach dem nächsten spendierte und die Hälfte der Getränke vergaß zu buchen. Und aus geplanten zwei Stunden wurden über sechs. Anstatt mein Koffeinlevel zu erhöhen, erhöhte ich den Blutalkoholspiegel, lachte mir die Seele aus dem Leib. Ehrlich, so habe ich schon lange nicht mehr gelacht. Es war schön und lustig. Und als ich nach Hause ging, mit bedenklicher Seitenlage, musste ich noch die Personalien bei der Polizei angeben - allerdings nur als Zeuge. Wobei ich mich kaum beherrschen konnte und andauernd grinste, weil ich auf den Moment wartete, dass der Polizist sagen würde: Ach, Sie können gehen. Sie sind ja betrunken. Da können wir Sie eh nicht gebrauchen.

Kam aber nicht. Stattdessen lag ich um halb zehn mit den Lichtern an im Bett. Ist auch schon lang nicht mehr vorgekommen.

11 February 2008 | | la vida quotidiana | Comments

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