Allerheiligen-Gedanken
Es ist Allerheiligen, der Tag, an dem man derer gedenken soll, deren Seelen in den Himmel hinaufgefahren sind.
Auch ich mache mir Gedanken heute. Ich denke an die beiden, die viel zu früh gestorben sind, und an all die vielen Fragen, die sie mir hätten beantworten können, hätten wir mehr Zeit zusammen verbracht. Eins bleibt: Sie war grundgut. Und damit einer der wenigen Menschen, die ich bisher kennenlernen durfte, auf die dieser Satz voll und ganz zustimmt. Er, nun sagen wir so, er war nicht immer einfach.
Freund C., der ebenfalls viel zu früh und selbstverschuldet das Leben hinter sich ließ, zwingt mir heute, genauso wie er es über die Jahre regelmäßig tut, Fragen auf, die weh tun. Warum?
Allein dieses Jahr verlor ich zwei Menschen, der eine mehr geliebt als der andere. Zeigt der eine das würdevolle Alter und eine unglaubliche Zufriedenheit und Lebenswillen, so zeigt der krankheitsverursachte Tod des anderen, wie schnell ein Leben vergehen kann. Sein Alter allerdings zeigt, dass man nicht immer mit größter Sicherheit weiterleben kann.
Es mischen sich auch Gedanken ein, dass auch das Leben der Eltern nicht für immer gesichert sein wird. Das ist einem Menschen per se ja bewusst, doch wird es oft verdrängt. Und zudem: Ein Mensch nimmt mir zu offensichtlich Abschied. Ich weiß nicht warum, ich hoffe doch, dass das verbleibende Jahr nicht noch weitere schlechte Nachrichten bringen wird.
Morgen ist Allerseelen, der Tag an dem man der Toten gedenkt, deren Seelen in der Hölle schmoren. Diesen Tag werde ich ignorieren. Diejenigen, deren Seelen in der Hölle schmoren werden, sind noch nicht tot. Ab und an gedenke ich ihrer trotzdem, aber nicht positiv.
Einen Friedhof oder eine Messe zum Gedenken brauche ich nicht. Die Gedanken sind frei, sie brauchen keinen Ort.
Wie geht es euch damit? Wie geht ihr damit um?




One Response to “Allerheiligen-Gedanken”
1 Astrid 7 November 2007 @ 8:13 pm
Ich muß gestehen, dass ich diesen Tag eher nur als willkommenen freien Tag angesehen habe. Aber dieses Thema ist ja auch nicht nur an solchen Tagen präsent. Ich bin da allerdings eher der Verdränger. Ich will gar nicht darüber nachdenken, was wäre wenn ich wirklich mal jemanden verliere der mir am Herzen liegt. Heute hat mir meine Mutter erzählt, dass ihre beste Freundin Darmkrebs hat. Und überhaupt bekommt man jetzt immer häufiger solche Nachrichten. Es scheint wohl mit “zunehmendem Alter” immer schwieriger sein, diesem Thema aus dem Weg zu gehen…
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