# 7 Günter Grass - Im Krebsgang
Eine Novelle ist der Untertitel dieses kleinen, feinen Büchleins namens Im Krebsgang Mit der Novellenzuweisungen reiht es sich ein in so berühmte Werke wie Storms Schimmelreiter oder Kellers Kleider machen Leute.
Mit Storms Werk hat es allerdings mehr als nur die Gattung gemein, auch hier überzeugt der Autor durch verschachtelte und kunstvoll verstrickte Erzählebenen, auch hier spielt das Meer eine Rolle.
Viel passiert hier, ein Attentat, ein Schiffsunglück, ein Blutzeuge im Internet, Nazivergangenheit und Realität werden über mehrere Generationen verquickt. Es geht um den Untergang der Wilhelm Gustloff im Jahr 1945, um den U-Boot-Kommandanten, dessen Torpedos das Schiff versenkten, einen Journalisten, der bei eben dieser Katastrophe geboren wurde und nun im Internet danach recherchiert und über die Geschichte des Attentats auf den wahren Wilhelm Gustloff stößt.
Dieses Buch entwickelt eine Dynamik, die ich einem von Grass verfassten Buch nicht zugetraut habe. Er verzichtet hier auf seine Schwadronierereien, hier ist die Sprache nüchtern und umso brutaler. Wenn sich die Buchdeckel nach dem Finale schließen ist man verstört. Garantiert.




One Response to “# 7 Günter Grass - Im Krebsgang”
1 Andreas 31 July 2007 @ 9:14 pm
Verstört ist gar kein Ausdruck.
Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was ich denken soll. Ein geniales Ende, welches - wenn man sich darüber Gedanken macht - eigentlich nur eine logische Konsequenz ist.
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