butterfass

Als ich heute nachmittag noch schnell zum örtlichen Supermarkt flitzte, da mir Milch für meinen Kaffee fehlte, stellte ich vor dem Regal stehend fest, das eben dieses völlig leer war. Seltsam, dachte ich mir und führte meinen Einkauf fort. Auch das Kühlregal irritierte mich, denn es lagen exakt drei Päckchen Butter an der Stelle, die sonst golden leuchtet.

Weiter dachte ich mir nichts dabei, als ich mich an der Kasse anstellte. Vor mir legte ein Mann zwölf Päckchen Butter auf das Fließband, zusammen mit zwei Stiegen Milch. Fast wie früher, wenn man für einen Kindergeburtstag einkaufte, dachte ich..
Dann sprach die Kassiererin den Mann an: “Auch noch schnell hamstern?”
“Ja”, sagte er, “das ist ja wie früher im Krieg.”

Irritiert ging ich nach Hause. Doch eben, dank Tagesschau ist mir klar, was da vor sich ging. Ab morgen werden die Preise für Molkereiprodukte erhöht. Milch bis zu 10 Cent, Butter bis zu 40 Cent, also fast die Hälfte.

Das ist natürlich heftig. Aber was zum Teufel tut man mit zwölf Päckchen Butter, die sich ungefähr drei Wochen halten?

30 July 2007 | | universum | Comments

11 Responses to “butterfass”

  1. 1 hith 30 July 2007 @ 8:37 pm

    So war das hier auch, nochmal schnell 1,20 Euro gespart und einen Karton Milch heimgeschleppt, diesen Gedanken hatten viele.

  2. 2 Chris 31 July 2007 @ 7:26 am

    … und die von ihrer Freundin vernachlässigten Männer im ganzen Land atmen auf, weil mit steigenden Milchpreisen schlußendlich auch die Schokolade teurer wird…

  3. 3 deeli 31 July 2007 @ 12:08 pm

    ich glaube, frauen schokolade zu schenken, ist schon mindestens 40 jahre aus der mode. oder wer von den mitlesenden frauen hat jemals schokolade von einem mann geschenkt bekommen? ich jedenfalls nicht.

  4. 4 neous 31 July 2007 @ 12:15 pm

    Schokolade kann wohl noch so teuer sein, daran wird Frau nie vorbeigehen! Das ist also erst recht kein Grund zum Aufatmen für Pseudofrauenversteher oder Möchtegernmänner…Und erst recht kein Grund zur Hoffnung, dass Frau durch steigende Milchpreise mehr auf ihre Figur achten könnte - das hat Frau nämlich erst recht nicht nötig, wenn Mann sich vernachlässigt fühlt! Das nämlich mag an ganz anderen Gründen liegen…

  5. 5 SoE 31 July 2007 @ 5:46 pm

    Der Supermarkt hier hat die Preise schon erhöht, aber nur um ein paar Cent. Bin ja mal gespannt, wann dann der Hammer kommt ^^

  6. 6 Chris 31 July 2007 @ 10:37 pm

    @ SoE: Der Hammer wird nicht als Hammer kommen, dafür sorgt die Marktwirtschaft. Zudem sind weder Monopole noch Kartelle vorhganden. Danone hat heute über dpa verlauten lassen, die Preissteigerungen teilweise durch höhere Produktivität aufzufangen. Wenn Preissteigerung, dann graduell.

    @neous: 1. meine Güte, nimm das doch nicht so bierernst. Das war keine Kritik an der Stellung der Schokolade in der Gesellschaft (oder was man da auch immer hineininterpretieren mag) sondern als simple humoristische Anspielung gedacht. Auch wenn kein ;-) dahinter steht.

    2. Hier war auch nicht die Gewichtszunahme durch Schokolade gemeint - sondern das oft zitierte Phänomen von “Schokolade statt Sex”. Ein Verhältnis, das nach meiner eigentlich implizierten Logik für sexuell abgestrafte Boyfriends wieder etwas freundlicher aussieht. So, jetzt habe ich es erklärt, aber jetzt ist es nicht mehr witzig.

    3. Nochmal zur Gewichtszunahme - wenn wir schon dabei sind - ein paar versöhnliche Worte: es gibt genügend Männer, die keine Hungerhaken zur Freundin wollen, sondern die Meinung vertreten, dass sich eine Frau als Frau unter anderem auch dadurch definiert, dass man erkennt, wo vorne und hinten ist. Mea culpa.

  7. 7 Hagen 31 July 2007 @ 10:44 pm

    > “Ja”, sagte er, “das ist ja wie früher im Krieg.”

  8. 8 Hagen 31 July 2007 @ 10:59 pm

    (Was Hagen eigentlich sagen wollte: )

    >“Ja”, sagte er, “das ist ja wie früher im Krieg.”

  9. 9 Hagen 31 July 2007 @ 11:00 pm

    (Dritter Anlauf.)

    (Was Hagen eigentlich sagen wollte: )

    Zitat: “Ja”, sagte er, “das ist ja wie früher im Krieg.”

    Schön, dass ältere Menschen schon durch so banale Dinge wie kleine Rädchendrehungen im Getriebe des Welthandels in ihre glückliche Jugendzeit zurückversetzt werden können.

    Scherz beseite:
    Viel schöner finde ich es, dass nicht wenige Menschen, die den Weltkrieg noch miterleben mussten, ihn offenbar so gut verarbeitet haben, dass ihnen lächerliche Wohlstandshamsterkäufe zur Einsparung von wenigen Euro als kriegsähnliche Situation erscheinen.

    Jedenfalls habe ich meine Zweifel ob man im eingeksselten Berlin zwei Tage vor dem Einmarsch der Roten Armee viele Menschen noch mal fix zum Lidl um die Ecke stromern sah, wo sie dann zwei Buttercroissants mehr als sonst einkauften, weil zu befürchten stand, dass diese knapp (”Laden wegen Weltkrieg vorrübergehend geschlossen”) oder schlimmer gar: 3 Reichspfennig teurer werden könnten.

    Halte es jedenfalls für ein positives Indiz dafür, dass die Traumata jener Jahre verarbeitet oder zumindest gut verdrängt werden konnten, was unseren Senioren ja einen ruhigeren Schlaf und ihren Pflegern planmäßig entspannte Nachtschichten garantiert.

    (Und es entbehrt ja auch nicht eines gewissen Humors, denn mal ganz ehrlich: “Das ist ja wie früher im Krieg” ist ein Satz, auf den eigentlich jeder Mensch über 60 Anspruch haben sollte, ob er nun einen Krieg miterlebt hat oder nicht. Dafür ist es einfach ein viel zu köstlicher Stoßseufzer, als dass man ihn sich von unseren friedvollen Zeiten rauben lassen sollte. Ich freue mich schon darauf, wenn wir mal alt werden und ihn dann in Geschäften bei den unsinnigsten Transaktionen verwenden: “Tut mir leid, mit Elfenbeinintarsien am güldenen Gaspedal erhöht sich die Lieferzeit ihres Daimlers leider auf zwei Tage.” - “Das, seufz, ist ja wie frühr im Krieg…”)

  10. 10 Ruwen 3 August 2007 @ 4:27 pm

    @9 Hagen: Hab deinen versöhnlichen Kommentar zum Thema und dem Verhalten einiger raffgieriger Kleingeister der Gegenwart, den ich hoffentlich so verstanden habe, wie er gemeint war leider erst jetzt gesehen.

    Nur soviel: Hätten wir die Weitsicht, einen erquicklichen Teil unseres Konsums nicht nur beim Discounter (den ich auch aufsuche) zu tätigen, stünden wir jetzt nicht vor dem Problem, dass sich so viele ‘Transfereinkommensbezieher’ die Butter eventuell etwas dünner aufstreichen müssten.

  11. 11 Ruwen 3 August 2007 @ 4:30 pm

    Nachtrag: Einige Kommata dürfen gerne umgesetzt, entsorgt oder ergänzt werden, sorry!

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