Fünf Jahrzehnte auf dem Rücken
nicht nur getragenerweise, sondern auch durchaus in übertragener Sicht.
Der Rücken schmerzt und krümmt sich, zuviel wirkt auf ihn ein. Dinge, die mich belasten, mich nachts nicht schlafen lassen, haben sich heute erstmals klären lassen. Endlich wurde festgeschrieben an oberster bürokratischer Stelle, was bisher nur ein mal mehr mal weniger transparentes Flimmern im Gehirn war. Viel liegt auch auf der Brust, Sorgen, Pläne, Gedanken, die mich nachdenklich machen und zugleich traurig. Unüberwindbar zusammen.
Auf ihr werden auch Probleme abgeladen, die nicht in erster Linie von mir herrühren. Im Moment habe ich zu sehr die Tendenz, Seelenmülleimer für andere zu spielen. Dabei ist es nicht so, als hätte ich keinen Seelenmüll zu verschrotten. Doch ist da jemand, der meinen Müll will? Nein - stattdessen kommt immer mehr dazu.
Eine Postkarte flattert ins Haus, sie dankt dafür, dass ich seine Laune so gnädig ertrage. Das ist es. Ich ertrage es. Aber ich vertrage es nicht mehr, von Traurigkeit umgeben zu sein, habe ich doch momentan selbst die Tendenz abzurutschen.
Ich bräuchte jemand, der mir zeigt, wie Glücklichkeit geht. Freude und Frohsinn. Stattdessen? Ärger, elende Diskussionen, unbefriedigende Gespräche. Und doch - denke ich an Sie, schmilzt das alles zu einem winzigen Tropfen Bedeutungslosigkeit zusammen. Denn irgendwie liegt es doch in mir, viel an andere zu denken, und mich zurückzustellen.
Am Wochenende werde ich eine liebe Freundin besuchen, der das Schicksal in letzter Zeit viel zu heftig mitgespielt hat. Sie hat die menschenübliche Menge an Unglück längst überschritten, doch nimmt es kein Ende. Ein Präsent benötige ich, doch finde ich nicht das richtige.
Alles fühlt sich so banal an, wenn die Gedanken sich mit ihr verbünden. Für manche Kinkerlitzchen fehlt mir momentan nicht nur die Kraft, sondern auch die Aufmerksamkeit.




One Response to “Fünf Jahrzehnte auf dem Rücken”
1 Iggy 11 July 2007 @ 4:59 pm
Mein Rücken bietet noch viel Platz für Seelenmüll und Traurigkeiten, die ich nur gern mit dir teile…!
Deine Aufmerksamkeit dagegen sollte nicht auf Kleinigkeiten ruhen, sondern, wie du es richtig siehst, auf dem nicht Banalem.
Glücklichkeit, meine Liebe, ist in Planung! Versprochen und vorgesehen. Kleine Glücklichkeiten vielleicht schon hier und da, eine große hoffentlich bald.
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