#6 Mitch Albom - Dienstags bei Morrie

Ich muß zugeben, bisher habe ich tatsächlich kein Buch vorzeitig beendet. Hoffte immer, dass der Autor und die Geschichte noch die Kurve kriegen. Doch bei diesem Buch, da war keine Gnade mehr vorhanden.

Eine Freundin legte es damals auf den Stapel in meinem Bücherregal mit den Worten: “Wenn ich denke, es geht nichts mehr, dann lese ich dieses Buch. Es ist mein Rettungsanker.”

Da mir in letzter Zeit der Kopf von theoretischem Wissenschaftendeutsch brummte, suchte ich in meinem Bücherregal herum, um ein Buch zu finden, das sich leicht lesen lässt. Und leicht lässt es sich lesen und auch der Inhalt ist schnell zusammengefasst:

Der Sportreporter Mitch sieht im Fernsehen eine Sendung über seinen alten Professor Morrie, mit dem er sich einmal sehr verbunden gefühlt hat. Morrie weiß, dass er sterben wird. Mitch denkt über seinen Lebenswandel nach und beschließt, Morrie zu besuchen. Schnell sind sich beide wieder nah und treffen sich fortan immer dienstags, um über das Leben zu besprechen.

An sich ist diese Idee für einen Plot ja gar nicht mal so schlecht. Jedoch driftet mir das ganze zu sehr in Richtung Seelenratgeber ab, dass es unlesbar ist für mich.  Morrie wirft mir Ratschlägen für ein ausgefülltes Leben um sich, das es weh tut. Ein Berufsleben macht nicht glücklich, aber Familie und Liebe. Tatsache? Dafür muss ich kein ganzes Buch lesen.

Vielleicht bin ich momentan nicht in der richtigen Verfassung für dieses Buch. Vielleicht hilft es tatsächlich, macht tatsächlich mit seinen Lebensweisheiten Mut, für jemanden, der diesen braucht. Ich bin es nicht.

Vielleicht ist es einer von euch? Wenn das Buch jemand haben will, meldet euch, ich schenk es euch gerne!

22 June 2007 | | Gelesen | Comments

4 Responses to “#6 Mitch Albom - Dienstags bei Morrie”

  1. 1 lela 22 June 2007 @ 2:52 pm

    Mir hat mal jemand “Der träumende Delphin” von Sergio Bambaren geschenkt. Dieses Gefühl, das Du beschreibst, kenne ich also sehr genau. Unerträglich, nicht lesbar, ganz fürchterlich platt und, was das Schrecklichste ist: Es brachte mich, Germanistin aus Passion, dazu, ein Buch mit Widerwillen zu Ende zu lesen, es beiseite zu legen und bis heute mit Abscheu daran zu denken. Da ich es selber zum Geburtstag geschenkt bekam, fristet es nun sein ungeliebtes Dasein in der hintersten Ecke meines Bücherregals. Und ich, ich werde jedes Mal aufs Neue widerwillig, wenn ich es nur ansehen muss.

  2. 2 Zmivv 25 June 2007 @ 7:48 am

    Wusstest du, dass diese Erzählung eigentlich keine ist?
    Eine wahre Begebenheit, hauptsächlich so geschehen, wie dort geschrieben.
    Hab das englische Original gelesen, sehr eindrucksvoll, sehr emotional.
    Ob es nun Mut gibt, hm, naja…

    Trotzdem fand ich es gut.

  3. 3 deeli 25 June 2007 @ 8:13 pm

    “eine wahre begebenheit”…das bezweifel ich ganz stark. dafür ist es mir mit viel zu eindeutigen fiktionalitätsmarkern durchkomponiert. ich hab ja nie gesagt, dass es schlecht gemacht ist, das ist es mit sicherheit nicht. aber dieser ton, der ist nun wirklich nicht meins. vielleicht ist es ja im englischen nicht so, doch auch das bezweifel ich.
    ich hab auch schon “die fünf menschen die dir im himmel begegnen” gelesen und auch dort war dieser ton vorhanden, dieser mach-was-aus-deinem-leben-singsang.
    danke nein. ich brauche keine lebenshilfe.

  4. 4 Zmivv 26 June 2007 @ 10:16 am

    Doch, glaub mir, ist wirklich so passiert.
    Nun ja, schon möglich, dass es hie und da fiktional, dialektisch und rhetorisch aufgewertet und überarbeitet wurde, aber den Morrie Schwartz gab es, den Mitch Albom gibt es und beide kannten sich und die Situation war die beschriebene.

    Den Zeigefinger mag ich allerdings auch nicht.
    Soetwas nervt.

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