Heldin des Alltags #1
Es klingelt. Ich falle fast aus dem Bett, weil es so verdammt früh ist. Gut, andere Menschen würden sagen: “Phh. Was ist denn daran spät?” Womit ich ihnen Recht geben müsste. Denn es war nicht fünf Uhr morgens, sondern zehn. Was mir aber ähnlich vorkam, schließlich hatte ich eine lange Nacht hinter mir.
Aber zurück zur Klingel. Ich quäle mich also aus meinem Bett und schlurfe zur Türsprechanlage.
“Ja bitte?” - “Können Sie bitte aufmachen?”
Na, so einfach öffne ich doch nicht die Tür, nicht nach dem Einbruch letzten Monat. “Wer ist denn da bitte?” - “Dachdeckerfirma xy, wir sind in der Wohnung neben Ihnen. Könnten Sie runterkommen, die Tür ist abgeschlossen!”
Also ziehe ich mir fix eine normale Hose an, Schlafanzugoberteil bleibt an, Haare bleiben verwuschelt. Die Treppen runter kommen mir ewig vor, aber noch lange nicht so ewig wie später wieder hochzulaufen…
Unten angekommen stelle ich fest, dass der Dachdecker nicht vor der Haustür steht, sondern von innen im Hausflur auf mich wartet. “Sind sie doch schon hineingekommen?”, frage ich ihn. “Nein, ich bin bloß nicht rausgekommen mit all dem Kram (er zeigt auf seine Werkzeuge). Meine zwei Kollegen sind eine Etage höher aus dem Fenster gesprungen, damit sie klingeln konnten.”
Ich fasse es nicht. Da springen tatsächlich zwei Männer aus dem Fenster, damit einer von draußen auf den Klingelknopf drückt, der im übrigen im Hausflur auch noch mal zu finden gewesen wäre? Vielleicht hab ich das Prozedere nicht verstanden, weil ich noch so verschlafen war, vielleicht aber auch ist es einem logisch denkenden Wesen nicht gegeben, es zu verstehen. Wie auch immer.
“Dankeschön. Sie retten meine Kniescheiben!”, sagt der einzelne Dachdecker im Flur zu mir, als ich ihn in die Freiheit entlasse. “Gern geschehen”, antworte ich mit einem Grinsen.




3 Responses to “Heldin des Alltags #1”
1 Chris 28 March 2007 @ 5:42 pm
1. hahahaha.
2. natürlich mußten zwei springen… damit der zweite beim Suchen hilft, falls der erste die Klingel nicht findet. Denn sonst müßte der erste ja wieder reinklettern, um den beiden drinnen verbliebenen zu sagen, dass er sie nicht findet.
Und daß der Türöffner innen nicht gedrückt wurde, ist ja auch klar - denn weil es der innere Türöffner ist, geht die Tür dann folgerichtig auch nur nach innen auf. Die Handwerker wollten aber nach draußen.
Ist doch alles ganz logisch…
2 deeli 28 March 2007 @ 5:55 pm
1. verstehe ich deinen kommentar irgendwie nicht.
2. wieso sollte einer allein die Klingel nicht finden? er musste ja nicht bei mir klingeln, es sind ja noch genügend andere parteien im Haus.
3.befinden sich auch an jeder Wohnungstür Klingeln. Man hätte also auch dort klingeln können, um den Bewohner direkt zu fragen, ob er die Haustüre aufschließen könnte.
4. Was soll das mit dem Türöffner? Unsere Tür muss immer gedrückt werden von außen und gezogen von innen. Dazu: Es gibt keinen “inneren” Türöffner.
Ich verstehe das also irgendwie nicht…
3 Chris 28 March 2007 @ 7:55 pm
Ich habe versucht, lustig zu sein. Es hat nicht funktioniert. Aber: wenn du dir mal vorstellst, die geschilderte Szene ist Teil dieser Sendung hier
http://en.wikipedia.org/wiki/Three_Stooges
dann ist alles ganz logisch, und auch sehr lebhaft vorstellbar.
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