trial, error und belohnung
Für 10 Uhr morgens war ich zum Polizeipräsidium bestellt worden. Viel lag vor mir, Zeugenvernehmung und Verbrecherkartei durchblättern.
Mitten in einer riesigen Halle musste ich mehrere lange Minuten auf die Sachbearbeiterin (ich weiß nicht, wie das im Polizeijargon heißt) warten. Wir setzten uns in ihr super zugestelltes und vollgestopftes Büro. Sie stellte mir mehrere tausend Fragen, die ich alle nach bestem Wissen und Gewissen beantwortete. Ja, die Haare waren eher kinnlang als schulterlang. Nein, ich kann nicht ausschließen, dass sich in den dunklen (ich weiß nicht, ob dunkelbraun oder schwarz) Haaren vielleicht graue Strähnchen verbargen. Konnte ich ja auch nicht viel sehen, es war dunkel und er trug eine Mütze.
In dem Stil ging das ganze fast eine Stunde bis wir zum wirklich interessanten Teil kamen: Der Verbrecherkartei. Die offensichtlich mit seltsamen Parametern arbeitet, anders kann ich mir nicht erklären, dass auf ein angenommenes Alter von 35-45 auch ungefähr 16 Jahre alte Jungs gezeigt werden. Viel will ich dazu nicht sagen, außer: Ganz schön erschreckende Gestalten zum Teil. Denen möchte ich nicht geschlossen auf einer dunklen Strasse entgegenkommen.
Leider konnte ich unseren Einbrecher nicht identifizieren. Ich solle mir keine Vorwürfe machen oder mich unter Druck setzen, sagte die Sachbearbeiterin. Ich hätte schon so toll reagiert. Solche Nachbarn würde man sich ja wünschen. Gut, das Lob tut gut. Aber ich hätte mich, ehrlich gesagt, schon sehr gefreut, wenn dieser Mann seine Strafe bekommen würde. Nun, soll nicht sein. Zumindest nicht durch meine Hilfe. Aber ich denke, ich hab schon genug geholfen.
Und dafür habe ich mich gerade auch belohnt. Dafür, und für die überstandenen Karnevalstage. Denn nachdem ich mich jetzt doch einige Zeit über meinen kaputten Fernseher geärgert habe, kaufte ich eben in einer Kurzschlußreaktion einen neuen LCD-Bildschirm. Das hab ich mir verdient…




Leave a Reply