schlechter tag

irgendwie war dies einer. dabei hatte er recht gut angefangen.

aber er steuerte immer stärker seinem negativen höhepunkt entgegen. ich wage mich also wieder in die löwenhöhle, bereit mein lächeln auch krampfhaft beizubehalten, dem druck standzuhalten und mein bestes zu geben.

noch nicht ganz die heiligen hallen betreten, werde ich direkt auf einen fehler meinerseits von dienstag in recht deutlichen worten hingewiesen. dienstag, man erinnere sich, war mein migränetag. ich weise meinen chef darauf hin, frage ihn, ob er sich nicht erinnert, mir geholfen zu haben, weil mir an diesem tag das rechnen schwer fiel, aber, natürlich, kann er sich nicht mehr erinnern. sagt er.

zähne zusammengebissen, auch auf den hinweis hin, so etwas dürfe nicht passieren, und meinen einwand, dass dies mit der migräne zu tun hatte, ich auch nicht früher schluss machen durfte am dienstag, wie ich es wollte, eben aus diesem grund und es ausserdem das erste mal in vier jahren war, dass so etwas passierte, wird abgeschmettert.

also wirkt mein lächeln schon leicht verkrampft. ich beginne mit meiner arbeit und einige zeit später habe ich leider ein  zusammentreffen mit einem aluminiumtürrahmen und einer becherkiste. hört sich nicht schlimm an, wäre nicht das gelenk meines kleinen fingers in mitleidenschaft gezogen worden. alles schwillt an, wird blau. geprellt.

in diesem sinne verstreicht der abend. chef ist ungemütlich, motzt, weist zurecht, nervt. endlich ist auch dieser arbeitstag zuende, ich schaue auf die uhr und stelle fest: in 15 minuten fährt die bahn. rase in die umkleide, ziehe mich gar nicht mehr um, schmeisse mir nur meine sachen in die tasche und renne den ganzen weg zur bahnstation. tatsächlich fährt gerade die bahn ein, die leute strömen mir entgegen, als ich an der tür bin, ist diese bereits zu. der bahnfahrer öffnet nicht mehr, fährt davon. prima. die nächste bahn kommt eine stunde später. denn es ist bereits zwei uhr nachts.

irgendwie ging an diesem tag nichts den weg, wie er sein sollte. trost finde ich nur beim trinkgeldzählen, später im bett. 45 euro, kein schlechter schnitt.

nur, heute werde ich die heiligen hallen wieder betreten müssen, und morgen auch. ich freue mich.

16 December 2006 | | la vida quotidiana | Comments

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