wertungsfragen - ein kleines gedankenspiel

  1. Man stelle sich vor, ein beliebiger Familienvater löse seine bei einer deutschen Tankstelle erworbenen Prämienpunkte gegen Waren ein. Er erhält zwei Douglas-Gutscheine á 25 Euro. “Prima”, sagt seine Ehefrau, “dann können wir den Kindern ja was aus der Parfumerie zu Weihnachten schenken.”
    Bisher benutzt der Sohn des Paares ein Lacoste-Parfum (weil er mag wie es riecht, und weil es von Lacoste ist) und die Tochter des Paares ein Puma-Parfum (weil sie mag, wie es riecht, und weil es günstig ist).
    Nun geht also die Mutter in die ortsansässige Douglas-Parfumerie und tauscht die beiden Gutscheine gegen ein Lacoste-Parfum á 39,95 und ein Puma-Parfum á 12,95. Sie zahlt also noch 90 Cent dazu.
    Da beide Kinder jeweils das Parfum bekommen, welches sie mögen, werden sie also gleichberechtigt behandelt. Oder nicht?
  2. Eine Mitarbeiterin einer Veranstaltungshalle bekommt zu Weihnachten von der Geschäftsleitung Karten für eine Darbietung geschenkt. Sechs Stück á 51,50. Sie haben also einen Marktwert von über 300 €. Kann man das so rechnen, obwohl die Halle diese Karten ja keine 300 € kosten? Und eventuell hier lediglich freie Plätze aufgefüllt werden?

7 December 2006 | | universum | Comments

5 Responses to “wertungsfragen - ein kleines gedankenspiel”

  1. 1 neous 8 December 2006 @ 8:39 am

    Ach, ich weiß nicht…
    Natürlich kann man das so rechnen und sehen. Aber eigentlich geht es nicht um Wert oder Guthaben. Schade ist es, dass wir doch immer wieder daran denken müssen. Aber es geht hier doch um die Sache an sich. Ich weiß, dass es trotzdem ungerecht erscheint…Aber es ist jeweils doch eine Geste. Ohne diese würde man sich vielleicht doch auch aufregen…

  2. 2 Wasserhexe 8 December 2006 @ 12:37 pm

    eine sehr weise Sicht der Dinge…

  3. 3 dunski 8 December 2006 @ 12:49 pm

    ich hatte mal einen schwiegervater, der jedes Geschenk, das er einem seiner drei Kinder machte, den anderen irgendwie vergelten wollte, sei es in bar oder als gleichteures Geschenk oder indem er ihnen das Gleiche schenkte oder indem er es ihnen auf ihrem Erbe verbuchte.. das kam dann soweit, dass man städnig irgendwelche blöden Dinge geschenkt bekam, die man nicht wollte udn dann noch zu Dankbarkeit verpflichtet war oder dass man nie wusste, ob das Geschenk als Liebesgabe oder als Ausgleich den Empfänger erreichte…nach ein paar Jahren wurde es ihm offenbar zu blöd, denn plötzlich gab es keine Geschenke mehr. nada. Und wenn dann ein Gutschein für eine Dentalhygienebehandlung oder ein Handtuch seiner Firma. Meine Güte.. er scheint ziemlich überfordert gewesen zu sein! Seit neustem erhält man eine digitale Kopie eines Werkes seiner Frau als Adventsgruss. Das reicht mir auch, das kann man so locker deleten.

    Zur Sache: ist der Wert eines Geschenkes am Geldwert abzulesen? Wäre mir sehr neu! Genau so doof, wie Abmachungen, die lauten: “wir schenken einander nur Dinge die 20 Euro kosten.” Das ist für mich kein Wehren gegen den Kosumwahn, das ist für mich GEIZ. Geiz an Geld und Geiz an Gefühlen und hat gar nichts mit Gerechtigkeit zu tun.

    Cool, das Thema reizt mich: Wenn natürlich die Tochter jedes Jahr das billigere Geschenk erhält…

  4. 4 Chris 8 December 2006 @ 6:14 pm

    zu 1.: folgende Auslegungen sind je nach Standpunkt vertretbar:

    pro Tochter: die 0,90 € sind vom Eigentümer des Lacoste-Parfüms zu erbringen, weil er seinen 25€-Anteil ja sowieso schon weit überschritten hat und es überhaupt nur deswegen lediglich 0,90€ sind, weil Produkt 2 so günstig war.

    salomonisch: zwei Kinder, zwei Geschenke, Gesamtüberzug von 0,90€ -> jeder zahlt 0,45€.

    pro Sohn: er ist der Sohn. Also zahlt die Tochter.

    zu 2:
    Wenn Veranstalter V die Karten verschenkt, macht er Verlust, und zwar den, der durch Abnutzung der Halle, verursacht durch die nicht zahlenden sechs Personen, entsteht. Einen Wert von 309,- € haben die Karten nicht, weil er sie ja nicht abgesetzt hat.

    Der tatsächliche Marktwert der Karten ermittelt sich aus dem Verkaufserlös, der sich bei tatsächlicher Abgabe der Tickets gegen Geld - hier: bei ebay / auf dem Schwarzmarkt erzielen läßt - abzüglich o.g. Fixkosten.

  5. 5 deeli 8 December 2006 @ 7:08 pm

    also: falls das hier versehentlich mißverständlich dargestellt worden ist: die 90 Cent zahlt die MUTTER, sie spielen also keine Rolle. Davon abgesehen, weiss der Sohn von dem ganzen Theater gar nichts.
    Im Prinzip ging es darum, dass es fairer gewesen wäre, jedem Kind einen der 25 Euro Gutscheine zu schenken.

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