abendüberlegungen
was war das nur für ein tag. die erste woche uni ist vorbei, ich bin platt, habe keine lust mehr auf mehr als nur überfüllte hörsäle, keine lust mehr, anderthalb stunden vorher zu erscheinen und trotzdem nur einen platz auf dem boden zu finden.
direkt wurde mir ein referat aufs auge gedrückt, für den tag vor weihnachten. dysgrammatismus. nebst anschliessender hauptseminarsarbeit. das wird sicher…toll (ironie tag hier bitte wieder schließen).
meine “highlights der deutschen literaturgeschichte”-vorlesung kulminierte in einem 90 minütigem vortrag über verschiedene arten der geschichtsschreibung - ganz ehrlich, dank meines fehlenden kaffees fiel es mir schwer die augen auf zu halten.
entsetzt hat mich heute mein hochgeschätzter creative writing professor - die heutige einführung in das thema habe ich jetzt zum insgesamt dritten mal gehört. da ich ja alles fleissig in mein cw-notizbuch schreibe, stellte ich fest: sogar wörtlich. ganz schön enttäuschend ist das und so gar nicht creative, finde ich.
der höhepunkt war dann mein “schreiben für die zeitung”-seminar. ein bißchen schockiert war ich über die übrigen teilnehmer. falle ich denn so aus der rolle? bin ich ein so unnormaler student?
was wir vom seminar für uns mitnehmen wollen, sollten wir uns fragen…
wenn ich ehrlich bin, dachte ich mir, dass ich dort handwerk lernen. techniken. und, nicht zu verachten, auch ein wirklich gutes zertifikat. das ich dann zu meinen übrigen, auch wirklich guten, zertifikaten in mein bewerbungs-buch legen kann. wer auch immer das noch ansehen mag….
aber was für andere personen da waren. entweder ich bin nicht mehr ambitioniert oder …ich weiss es nicht. vielleicht bin ich zu sehr realist. oder schon zu hohes semester.
ich bin halt nicht der, wie eben gesehen, “ich möchte kriegsreporter werden, im irak oder so”. und auch modepüppchen waren da, ernsthaft hörte ich ein “ich würde gerne für die cosmopolitan modeberichte schreiben”. aaaargh. und “ich würd gerne im feuilleton der zeit arbeiten”. ich würd das auch gerne, wer nicht, aber ….wie realistisch ist denn das, bitte?
gut, man soll sich ja hohe ziele stecken. aber muss man dabei nicht irgendwie den tatsachen ins auge sehen? ist es nicht realistischer, wenn man eine zukunft als freier journalist anstrebt, darüber nachzudenken, ob man wirklich über den neuwieder kaninchenverein berichten möchte, oder bei kochen mit tina kohlrouladen bewertet? oder bin ich einfach schon zu desillusioniert?




One Response to “abendüberlegungen”
1 neous 19 October 2006 @ 11:59 pm
Schade…wirklich schade.
Warum passiert das nur? Mir geht es ja ähnlich…
Wir reden drüber, versprochen!
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