psychoaufräumarbeiten teil 1

zu sagen ..nichts ist passiert ist nicht richtig. und doch wieder.
also. was ist passiert. lebenstechnisch…jede menge. ich war bei der abizeugnisverleihung meines bruders. werde zwangsweise daran erinnert, wie es war selbst sein zeugnis in der hand zu halten.. das herz fühlte sich frei, irgendwie fühlte man sich, als ob einem die ganze welt offen stand.
obwohl ich doch soo genau wusste, was ich wollte. ich wollte arbeiten. mit meinem freund glücklich sein, mich von meinen eltern lösen. tolle dinge machen. ein seifenoperleben führen. nachmittags in der sonne in einem trendcafé kaffee trinken gehen.
nun war ich gezwungen quasi unfreiwillig resumée zu ziehen. und mir sachen eingestehen, die weh tun. du warst ein kind. du hattest keine ahnung. wenn du gewusst hättest, was alles noch auf dich zu kommen würde..dann hättest du vielleicht keine lust mehr darauf gehabt. gottseidank weiss man im leben vorher nicht, was einen erwartet. jedenfalls. das was ich arbeiten wollte, das was ich für meine berufung hielt, entpuppte sich als wahrgewordener alptraum. glücklich sein. auch das hab ich nur bedingt geschafft. zumindest nicht mit meinem freund. aus verzweiflung dann irgendwann eingestimmt, mit ihm zusammen zu ziehen. es auch über ein jahr ausgehalten. glücksgarantie ist das mit sicherheit nicht. nicht mal den zufriedenheitsfaktor hat es erhöht. also auch hier: versagt.
von den eltern gelöst. ja hab ich. aber immer noch nicht ganz soo, wie ich es gerne hätte.
das einzige, was ich mache, ist nachmittags kaffee trinken gehen, anstatt in die uni.
wenn ich so zurückblicke hab ich eines gelernt. man muss den mut haben, entscheidungen zu revidieren. auch, wenn sie in dem augenblick weh tun, und einen zurückwerfen.
so hab ich die lehre zwar zu ende gemacht, aber den gehilfenbrief fein zu den anderen unnötigen zeugnissen gesteckt und mich dazu entschieden..da nicht mehr zu arbeiten. zusammen mit den eltern fiel dann die entscheidung bwl zu studieren. das wäre eine vernunftehe. das ging soo weit, dass ich sogar den studienplatz in der hand hielt. doch dann kam mir mein herz dazwischen. ohne meinen eltern bescheid zu geben, hab ich mich einfach für meinen jetzigen studiengang eingeschrieben. ihnen hab ich das erst nachher gesagt. fazit: mit meinem studiengang bin ich zufrieden. ein gefühl was lange auf sich hat warten lassen.
meinen freund hab ich verlassen, als er versucht hat mich mit einer heirat in die enge zu treiben. das war auch nichts für mich. natürlich war das keine leichte entscheidung. schliesslich hiess das automatisch, zurück in den schoß der familie. aber nun gut. auch unter diesen umständen ging es mir besser als vorher. zufrieden. ich forcierte dann, eine neue Wohnung für mich allein zu finden. überlud mich mit arbeit, ging dafür körperlich an meine grenzen. aber jetzt bin ich da wo ich hin wollte. ich wohne alleine, finanziere das (fast) selbst, sorge für mich alleine, muss (fast) niemandem rechenschaft geben und es macht mich stolz und zufrieden.
trotz allem. warum hat man das gefühl das man ein verlierer ist. ich sehe andere, die mit mir in der schule waren, was die alles schon erreicht haben…und ich? wo bin ich? wo stehe ich für mein alter? und für meine seele? nutzt alles nichts. fühle mich verloren, alleine.
bräuchte mal jemanden der ein bischen lob ausspricht, von bewunderung gar nicht zu sprechen. stattdessen immer nur: du studierst ja immer noch, liegst denen auf der tasche, kriegst nichts auf die reihe, bist immer noch nicht verheiratet….

dazu kommt noch das ich dank meiner heissgeliebten schilddrüse mittlerweile 5 kilo zugenommen habe seit kai da war und mich fühle wie eine planschkuh. hoffentlich ist bald der erste di im juli.

ich fühle mich hilflos, wenn ich sehe das andere freunde probleme haben, bei denen ich ihnen nicht helfen kann. vor allem, da sie für mich da waren. aber zugleich verstehe ich, dass man manches lieber in sich reinfrisst, als andere damit zu belasten. gerade ich verstehe das.
aber hilft nichts. ich fühl mich hilflos

22 June 2006 | | psychoaufräumarbeiten | Comments

2 Responses to “psychoaufräumarbeiten teil 1”

  1. 1 neous 26 June 2006 @ 7:49 pm

    Zwei Hände, einander zugleich fern und nah, zart und doch erhaben, - und doch erst beide miteinander ein Ganzes bildend.

    Die Hand des einen Menschen aufrecht und fest, schützend und nach außen hin abschirmend, zugleich jedoch nach innen hin, zur anderen Hand hin offen und entgegenkommend;
    die Hand des anderen Menschen etwas stärker der anderen zugewölbt, sich ein wenig in sie einschmiegend - und sie damit zugleich stützend.

    Die beiden Hände sind einander ganz zugewandt, innerlich aufeinander bezogen, miteinander verbunden - aber nicht ineinander geschlossen, ineinander verschlossen. Zwischen ihnen bleibt ein Raum, der zugleich ein Schmerzliches und ein Beglückendes aussagt.
    Das Schmerzliche:Das letzte Einssein ist hier auf Erden unter Menschen nicht endgültig möglich. Alles menschliche Sich-halten ist zugleich ein Andere-lassen-Müssen.
    Das Beglückende:Diese beiden Hände gehören irgendwie zusammen. Und wenn sie sich auch nur stützen, vielleicht weit voneinander entfernt.

    Die beiden Hände berühren sich leicht, sie verkrampfen sich nicht ineinander, halten sich nicht ängstlich fest. Da bleibt so viel Raum für Hilfe, für ein Einanderdasein, für Gedanken…

    Da ist immer eine Hand für dich! Versprochen…

  2. 2 deeli 26 June 2006 @ 7:49 pm

    danke liebste…:-)

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